Tarifvertrag nach versorgungsbetriebe

In Österreich wurde zur Bewältigung der Auswirkungen auf die gewerkschaftliche Vertretung der Liberalisierungspolitik der öffentlichen Versorgungsunternehmen und die Ausweitung der Tarifverhandlungen auf die Beschäftigten der öffentlichen Versorgungsunternehmen ein Kooperationsvertrag zwischen der Gewerkschaft der Kommunalen Bediensteten (GGB) und der Gewerkschaft der Angestellten (GPA) für Angestellte und der Gewerkschaft Metall-Gewerkschaft (Metall-Textil) unterzeichnet. , GMT) für Arbeiter. Die Vereinbarung sieht vor, dass die GGB ihr Organisationsmonopol im kommunalen öffentlichen Dienst beibehalten wird, während die Vertretung dieser Arbeitnehmer in Tarifverhandlungen auf die beiden anderen Gewerkschaften (AT0204202F) übergehen wird. Eine ähnliche Regelung für den Festnetz-Telefoniesektor haben die Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten ( GPF) und die GPA getroffen. Daher scheint sich in Österreich ein Ansatz abzuzeichnen, eine Form der Spezialisierung der verschiedenen von Transformationen betroffenen Gewerkschaften zu schaffen, anstatt gemeinsame Verhandlungsgremien oder Agenturvereinbarungen einzurichten. Die Zersplitterung der Tarifverhandlungen ist eng mit der Präsenz von Arbeitgebern in den Bereichen Elektrizität und Festnetztelefonie verbunden, die unterschiedliche Rechtsformen, Eigentumsstrukturen und -größen aufweisen und unterschiedliche sektorale Vereinbarungen anwenden können. Die zunehmende Bedeutung von Betriebsvereinbarungen resultiert einerseits aus den Umstrukturierungswellen, die die beiden Sektoren betroffen haben und immer noch betreffen, wodurch der Schwerpunkt der Tarifverhandlungen auf die dezentrale Ebene verlagert wird. Andererseits hat die Prävalenz großer Unternehmen, die häufig eine beherrschende Stellung einnehmen, anscheinend dazu beigetragen, die Arbeitsbeziehungen auf Unternehmensebene hervorzuheben. Sektorale Abkommen spielen in den Ländern, in denen dieses Niveau traditionell besonders stark ist, nach wie vor eine wichtige Rolle, was in Kontinentaleuropa nach wie vor üblich ist. Wahrscheinlich mehr als in anderen Branchen scheinen diese Vereinbarungen jedoch im Wesentlichen eine Reihe von Rahmenregeln für die wichtigsten Unternehmen zu definieren. Deutschland bietet eine gute Illustration beider Aspekte. Im Telekommunikationssektor führt das Fehlen einer branchenweiten Vereinbarung dazu, dass die Betreiber unterschiedliche Vereinbarungen treffen, während im Elektrizitätssektor Verhandlungen auf Unternehmensebene zwischen Management und Gewerkschaften für Beschäftigung und Arbeitsbedingungen von entscheidender Bedeutung sind. Angesichts der traditionellen Stärke und Schlüsselrolle der sektoralen Verhandlungen in Deutschland scheint diese Situation besonders bedeutsam zu sein.

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